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Die Infrastruktur in China spiegelt die allgemeine Wirtschaftsentwicklung wider – in den starken Küstenregionen ist sie recht gut ausgebaut, aber je weiter man in den Westen kommt, desto schwieriger wird es, insbesondere was die Straßen betrifft. Die wichtigsten Städte und Provinzhauptstädte sind aber alle durch Bahn, Flug und auch Straße verbunden.

Das Straßensystem
In den frühen 80ern war das Fahrrad noch das Hauptfortbewegungsmittel in China. Bis zum Jahr 2002 gab es schon 10 Mio Autos im Land, im gleichen Jahr kamen 4 Mio dazu, und noch einmal 6 Mio im Jahr 2003. Das Transportsystem ist ein wichtiger Faktor in der wirtschaftlichen Entwicklung. Deshalb hat die Chinesische Regierung ein Programm für den Ausbau und die Modernisierung des Straßennetzwerks aufgestellt – drei viertel von China sind noch regelrecht unerschlossen. Das Ziel ist es, Märkte, Güter, Arbeit und Konsumenten auf eine effizientere Weise zu verbinden. In diesem Programm sollen RMB 2 Billionen eingesetzt werden, um 40.000 km an neuen Straßen zu bauen, hauptsächlich in Zentral- und Westchina. So soll ein 85.000 km langes Netzwerk entstehen. Außerdem ist in dem Programm ein 120 km langer unterseeischer Tunnel als Verbindung nach Taiwan vorgesehen.
Neben der wirtschaftlichen Erschließung der weiten Westlichen Regionen (mit ihrer Bevölkerung) wird es einen weiteren Nutzen geben. Die Reisezeit zwischen den Städten wird spürbar kürzer werden: zwischen Peking und Hong Kong wurde die Zeit auf der Straße schon von 55 Std auf 25 Std reduziert, und zwischen Peking und Shanghai von 31 Std auf 14 Std. Doch was noch viel wichtiger ist – durch bessere Straßen mit Standspur wird auch das Autofahren sicherer. Derzeit hält China noch den traurigen Weltrekord an Todesfällen im Straßenverkehr - 300 Verkehrsopfer pro Tag. Und die Nummer stieg jährlich um 10%. Noch ist nicht sicher, wie viele der Straßen mautpflichtig sein werden. Derzeit scheint es eine Zwei-Wege-Politik zu geben, Mautstraßen im Osten zu beschränken und im Westen zu fördern; hier soll privaten Investoren für die Mauterhebung fünf Jahre extra zugestanden werden. In den letzten 20 Jahren nutzte China privates Kapital für den Bau von 90% der Autobahnen zwischen den Städten als Mautstraßen.

Das Bahnsystem
Auf Chinas Schienen werden 24% des gesamten weltweiten Bahntransportvolumens transportiert, das Land verfügt aber nur über 6% des weltweiten Schienensystems. Die Kapazität von Chinas Hauptbahnstrecken reicht bei weitem nicht aus. Die sechs Hauptstrecken—Peking-Shanghai, Peking-Kanton, Peking-Harbin (Provinz Heilongjiang), Peking-Hong Kong, Lanzhou (Provinz Gansu)-Lianyungang (Provinz Jiangsu) und die Linie zwischen den Provinzen Zhejiang und Jiangxi — kommen dem wachsenden Frachtaufkommen nicht nach. Die 100 Jahre alte Strecke Peking-Shanghai hat mit 50% die größte Kapazitätslücke. Es ist die am meisten befahrene Strecke der Welt – auf nur 2% der Schienenlänge Chinas entfallen 10,2% des Chinesischen Passagieraufkommens und 7,6% des Gütertransportvolumens.
Ein direkter und effizienter Weg, diese Engpässe zu beseitigen, ist, mehr Bahnlinien zu bauen. Letztes Jahr legte das Bahnministerium einen Plan vor, nach dem das Schienensystem ausgebaut und die Reisegeschwindigkeit erhöht werden soll. Der Plan sieht vor, bis 2020 das Bahnsystem von derzeit 73.000 km auf 100.000 km auszuweiten. Laut Schätzung des Instituts für Transport des NDRC (Nationale Entwicklungs- und Reformkommission), dass bis 2020 jährlich mindestens RMB 100-200 Mrd in dieses Programm investiert werden müssen.
Um den WTO-Bestimmungen gerecht zu werden, wird bis 2007 das gesamte Bahnsystem Chinas, sei es Güter- oder Passagiertransport, vollständig für ausländisches Kapital geöffnet sein.
Quelle: www.bjreview.com.cn/200440/Business-200440(B).htm
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